Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Wie der Liberalismus versagte.

Seit mehr als 250 Jahre gibt es nun das Versprechen des Liberalismus, welches die Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit aller Menschen versprach. Heute 250 Jahre später ist dieses Versprechen ferner als zu dem Zeitpunkt als es aufgestellt wurde. Vor 250 Jahren waren 90% der Bevölkerung Bauern, 9 Prozent Händler und Handwerker und 1 Prozent Aristokraten. Heute gibt es 1 Prozent der Bevölkerung welches über 43% des Vermögens verfügt und die Höchsten 10 Prozent verfügen über 85 Prozent des Gesamtvermögens. Dieser Umstand kann nur durch solidarische Besteuerung und sozial orientierte Marktwirtschaft verändert werden. Früh war klar, dass der Liberalismus die Ausbeutung durch Feudalherren mit der Ausbeutung durch Großunternehmer ersetzt hatte. Es ist ein Umstand der sich bereits kurz nach der Französischen Revolution abzeichnete, so waren es z.B. Henri de Saint-Simon in Frankreich und Robert Owens in England, welche Gemeinschaftlich orientierte Politik dem Individualismus der Liberalen vorzogen. De Saint-Simon war der Begründer des utopischen Sozialismus, welcher auf wirtschaftliche Planung und wissenschaftliche Verwaltung setzte. Owens, sowie der französische Autor Marie Roch Louis Reybaud waren die Begründer der Kooperativen Unternehmensverwaltung. Diese politischen Ideen zielten auf eine Wirtschaft ab, welche die Gemeinschaft in den Vordergrund und das Individuum in den Hintergrund stellen sollte. Dies ist zwar ein guter Gedanke, kann aber auch zu Ausbeutung im Namen der Gemeinschaft führen. So war es der Franzose Pierre Joseph Proudhon der bereits Anfang des 19. Jahrhunderts eine Hybride Form begründete, die sowohl Gemeinschaftssolidarität wie auch die Rechte des Individuums gleich wichtig empfand. Diese Philosophie benannte er als Anarchismus,was ohne Herrscher bedeutet, wobei er sich später nach der französischen Revolution von 1848 als Föderalist bezeichnete. Jedoch setzte er sich auch dann weiter für soziale Politik ein. Wiederum war es erst mit dem durch Marx und Engels im Jahre 1848 begonnenen Gesamtsystems des Kommunismus, dass soziale Politik auch in den Parlamenten einen größeren Stellenwert erlangte. Leider war es genau dieser Fokus auf Marx der andere Formen sozialer Politik verdrängte und so dem Liberalismus außer dem Kommunismus nichts entgegensetzte.

Dies führte nach dem Ersten Weltkrieg zu einigen Sozialreformen in Europa. So wurden in Großbritannien erstmals die Labour Party zur regierenden Partei. Die Bolschewiken führten in Russland eine Revolution an und es gab eine Kommunistische Räte Revolution in Bremen, München und Wuerzburg, welche von Friedrich Ebert (SPD) durch Einsatz der Freikorps zerschlagen wurde. Diese politischen Umstände waren es welche die nächsten Jahrzehnte Sozialer Politik prägen sollten. So wurden aufgrund von Eberts Taten die Sozialdemokraten als Verräter der Arbeiterschaft von den Kommunisten betitelt und die Kommunisten versuchten krampfhaft jede Politik der Soviet Union als richtig zu verkaufen. Dies führte zu einer Politik die sich mehr und mehr mit sich selbst und weniger und weniger mit den politischen Problemen der arbeitenden Bevölkerung befasste. Diese Selbstbeschäftigung Linker Politik ist bis Heute zu beobachten und eine Problematik die unbedingt bekämpft werden muss um soziale Politik wieder in die Gesellschaft zu bringen. Was hat all dies mit dem Liberalismus zu tun? Nun er ist es der nach der Unwägbarkeit sozialer Politik nach dem zweiten Weltkrieg seine große und triumphale Rückkehr feierte, da er als das Gegenmittel des Kommunismus wahrgenommen wurde. So wurden wieder die bereits seit damals über 200 Jahren überholten Ideen von freier Marktwirtschaft und Pferdeapfel-Ökonomie eingesetzt. Als Pferdeapfel-Ökonomie bezeichnet man eine Wirtschaftstheorie, bei der die Vorteile der Reichsten langsam runter fallen und dadurch alle Teilnehmer der Gesellschaft Vorteile daraus ziehen. Diese Theorie wird gerade von der FDP und AfD, aber auch von der CDU/CSU für ihre Wirtschaftspolitik genutzt. Leider kann jeder sehen, dass diese Rechnung nicht aufgeht, diese Politik wird seit den 1980ern auch stark in Deutschland verfolgt, jedoch trotz lange währender starker Wirtschaft bleiben die Vorteile für und der Wohlstand der Arbeitnehmer aus. Dies ist exakt warum wir eine soziale Politik brauchen, welche nicht auf alten Rivalitäten herumreitet oder ehemalige Verfehlungen betont, sondern zukunftsgerichtet für die Belange der Arbeitnehmer einsteht. Das deutsche Volk verdient es nach 250 Jahren der falschen Versprechen endlich die Werte von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu Leben, etwas was nur solidarische, zukunftsgerichtete Politik schaffen kann.

Für ein freies Deutschland, aber Sozial.


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