Deutschlands Demokratie wurde maßgeblich von der CDU geprägt, so stark, dass diese Partei stets die langlebigsten Regierungen gestellt hat. Es gibt kein Jahrzehnt ohne eine CDU Regierung. Die CDU hat ihre konservative und ewig gestrige Politik in Schulsystem, Verfassung und Gesellschaft eingebracht. Was ist hiermit gemeint? Nun fangen wir einmal damit an Konservatismus zu definieren, denn nur durch eine gemeinsame Definition können wir gut miteinander reden.
Konservatismus bezeichnet für die meisten eine Politik die keine Veränderung billigt und obwohl diese Sicht korrekt ist, so ist sie unvollständig. Der Konservatismus umschließt zumindest in deutscher Tradition 3 wichtige Eckpfeiler: Autoritäten, Institutionen und Organismus. Fangen wir wie immer mit dem unverständlichsten an, dem Organismus: Der deutsche Konservatismus versteht Politik nicht als einen Vertrag zwischen Volk und Vertreter, sondern als die Naturgegebene, gar Gottgegebene Ordnung dem alles andere untergeordnet ist. Dieser Organismus ist eine grundlegende Anschauungsform der Welt der denen die Macht haben zeigt, dass es richtig ist, dass sie sie haben und nicht unmoralisch ist sie zu nutzen. Oder wie wir es sehen würden sie zu missbrauchen. Deshalb sind Konservative auch meist diejenigen mit den meisten Nebenbeschäftigungen und der meisten Lobbypolitik. Dieser Machtmissbrauch wird von dem Konservativen nicht als solcher wahrgenommen, sondern als Nutzung seiner durch die Natur gegebenen Autorität. Dies ist der Grund warum ein Philipp Amthor keine Konsequenzen fürchten muss, oder warum ein Mann wie Friedrich Merz der sich in die Wirtschaft flüchtete nachdem er im Kanzlerduell mit Angela Merkel scheiterte, nun der Kanzlerkandidat ist der Union ist.
Kommen wir zum nächsten Punkt Autorität: in alten Zeiten sahen Konservative die Autorität in Generälen und Adel, die durch gute Gene in ihre Positionen gelangt sind. Nachdem jedoch die Demokratie und die Idee der Gleichheit aller Menschen Einzug in die Gesellschaft gefunden hatte, war es Konservativen nicht länger möglich sich auf überlegene Zucht zu beziehen. Somit wurde die Technokratie ein steter Begleiter. Als Technokratie wird eine Gesellschaftsform bezeichnet bei der Anstatt vom Volk gewählte Vertreter, sondern Experten regieren. Somit kann der Bürger im Glauben gehalten werden der Experte kenne das Feld viel besser und würde daher immer die richtigen Entscheidungen treffen. Dies ist der Grund warum die CDU sich oft auf Stimmen aus dem Unternehmertum bezieht und warum Ursula von der Leyen sich so gerne auf Berater verlässt. Die Autorität des Experten ist der moderne Adel und ihr Wort hat viel mehr Gewicht selbst wenn ihre Titel erkauft sind und ihr Wissen lückenhaft ist. Letztlich bleiben die Institutionen, hier war und ist die Kirche ein steter Begleiter der Konservativen. Jedoch nicht die aufgeklärte Kirche, welche die Lehren Jesu betrachtet wie sie sind, sondern die konservative Kirche welche mehr mit den Pharisäern als dem Nazarener gemein haben. Jene Kirche die Menschen mit alten Erziehungsmethoden zu unkritischen, gehorsamen Untertanen erzieht. Dieses erziehen nicht zur Diskussionsfreudigkeit und dem kritischen denken, findet sich ebenso in der langen Tradition der deutschen Schulformen, gerade in solchen Bundesländern welche ausschließlich von der CDU/CSU regiert wurden.
Diese Haltung der Konservativen zu absolutem gehorsam, ist auch in ihrer Umgangsform mit dem Volk sichtbar, so werden Rückfragen meist ignoriert oder aktiv ausgewichen. Der Konservative hat keine Ahnung wie er mit Kritik umgehen soll, welche Sachlich und Themen-gerichtet präsentiert wird und so wird entweder an die Autorität der Quelle eigener Kritik appelliert oder die Person selbst diskreditier. So ist Friedrich Merz in seiner Oppositionsarbeit nur bei zwei Dingen zu beobachten: Er diskreditiert Mitglieder der Ampelregierung, da sie Teil der Ampelregierung sind und durch den Appell, dass laut der Unternehmerschaft oder Wirtschaftsexperten, die Ampelregierung nicht genügend für das Wirtschaftswachstum tue.
Ein Thema bleibt noch hinzuzufügen und das ist dass der Konservative keine Lösungen anbieten kann, da der Konservative eine historische Sicht auf das verlorene hat, aber keine Perspektive etwas neues zu schaffen. Der Konservative ist für immer in der Vergangenheit gefangen, nur nach dem sich sehnend was er verloren hat. Dies ist der grundlegende Unterschied, zwischen dem Konservativen und dem Liberalen. Der Liberale guckt in die Zukunft, jedoch befürwortet er absoluten Individualismus, welches die Gesellschaft zerreißen wird, wenn jeder nur an sich selbst denkt und damit alle anderen versucht auszubeuten. Somit bleibt nur eine Lösung eine soziale Politik, die die Rechte und Pflichten des Individuums anerkennt und auf eine Gesellschaft abzielt die zukunftsgerichtet, kritisch und solidarisch denkt.
Deshalb bin ich für Deutschland, aber Sozial.
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