Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel. Warum das Hetzen System hat.

Ich fange heute mal mit Fakten und Zahlen an. Wir haben ca. 924.000 Arbeitslose, also ALG1 Bezieher. Von den 4,3 Millionen arbeitsfähigen Bürgergeldbeziehern, also jenen die über 18 sind, da wir ja keine Kinderarbeit in Deutschland erlauben. Sind 800.000 bereits Erwerbstätig, also Aufstocker. 1,6 Millionen machen eine Ausbildung, sind im Studium oder in der Kindererziehung, dann bleiben ca. 1,9 Millionen arbeitsfähige Bürgergeldbezieher. Das zusammen mit 924.000 Arbeitslosen bedeutet wir haben ca. 2,8 Millionen Arbeitssuchende, auf 654.000 Arbeitsstellen. Das sind zumindest die offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Jetzt muss man kein Mathe-Genie sein um zu realisieren, das 2,8 Millionen nicht in 654.000 passen. Wenn das also der Fall ist warum haben wir dann ein Fachkräfteproblem, sollten wir nicht eher sagen wir haben ein Arbeitsstellenproblem. Aber wie kommt es überhaupt dazu warum haben wir nicht genügend Arbeitsplätze.

Nun kann man Argumentieren, dass es ja den Firmen schlecht geht und deswegen Stellen abgebaut werden. Aber da habe ich eine Frage an Sie wer hat bitte die Politik gemacht, dass Deutschland zwischen 1980 und 1988 die Arbeitslosenzahlen von 888.000 auf 2,2 Millionen angewachsen sind. Richtig die CDU/CSU und raten Sie mal weiter wer die Arbeitslosenzahlen dann bis 1996 noch weiter hat wachsen lassen. Richtig immer noch die CDU. Sie merken schon es gibt eine Partei die das mit den Arbeitslosenzahlen besonders gut kann. Jetzt hat Herr Schröder natürlich Politik gemacht auf die die CDU richtig stolz wäre und damit dann weiter die Arbeitslosenzahlen bis 2005 auf 4,8 Millionen wachsen lassen. Nun frage ich eine Sache hat sich in all dieser Zeit der Gewinn der Firmen verschlechtert? Nein die Dividenden wurden weiter an die Aktionäre ausgezahlt. Dies ist ja selbst jetzt noch der Fall. Im Letzten Jahr machte VW ca. 20 Milliarden Euro Gewinn und dennoch streichen sie ca. 10.000 Stellen warum weil sie 4 Milliarden Euro weniger Gewinn gemacht haben als im Vorjahr. In Beiden Jahren wurden den Aktionären aber 4,5 Milliarden Euro ausgeschüttet. Ich kann wieder nur sagen man muss kein Mathe-Genie sein um zu merken. Die 4 Milliarden für die Aktionäre scheinen der Grund zu sein für die 10.000 Stellen die abgebaut werden. Mit anderen Worten man hätte weniger Stellen abbauen können, aber dann hätten die Milliardäre sich dieses Jahr nicht noch eine Yacht oder ein paar andere Aktien kaufen können. So was nennt man dann „Sozial ist was Arbeit schafft.“ Ein Umstand der leider den wenigsten klar wird.

Nun noch einmal zum Grund dieses Arbeitsstellenproblems was ist der Grund dafür, dass scheinbar eine gewisse Anzahl an Arbeitslosen einfach immer billigend in Kauf genommen wird. Die „generell präventive Wirkung“ wie es unser Arbeitssenator mal nannte. Wenn du weißt, da draußen gibt es Menschen die deinen Job übernehmen könnten, wenn dein Arbeitgeber Lust hat dich auszutauschen, überlegst du dir zweimal, ob du an deiner Forderung auf mehr Lohn festhältst oder die schlechten Arbeitsbedingungen anmerkst. Wenn aber kaum oder gar keine Arbeitslosen existieren, dreht sich diese Situation um und auf einmal können die Arbeitnehmer besser verhandeln ohne Angst vor dem Austausch zu haben. Deshalb bin ich zum Beispiel auch nicht für ein Bedingungsloses Grundeinkommen, welches die Verhandlungsmöglichkeiten der Arbeiter verringern würde. Sondern für eine bedingungslose Arbeitsvergütung, wodurch ehrenamtliche Tätigkeiten zum Beispiel mit dem Mindestlohn bezahlt werden könnten, dadurch dass der Staat dies unterstützt. Was wir in Deutschland brauchen sind bessere Arbeitnehmerrechte und dafür brauchen wir eine Verringerung der Arbeitslosenzahlen, dies wird nur durch die Schaffung von Arbeitsplätzen gelingen und das geht nur durch Investitionen in die Zukunft. Diese Themen werden CDU/CSU, FDP und AfD nicht bedienen, da es ihnen um die Arbeitgeber und nicht die Arbeitnehmer geht. Also kann ich nur empfehlen diesen Parteien keine Stimme zu geben, sondern den sozialen Parteien.

Denn ich will ein arbeitsreiches Deutschland, aber Sozial.


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