Japan. Warum Schulden nicht gleich Armut heißt.

Es gibt ein Land auf dem Planeten, wo die Verschuldung 250% vom BIP ist also das Zweieinhalbfache. Dieses Land ist Japan, ein Land welches seit den 90ern kein einziges Sparjahr mehr hatte. Aber wenn es doch so hoch verschuldet ist muss es den Menschen da ja richtig schlimm gehen oder? Nein es geht ihnen nicht blendend, aber schlimm auch nicht. Volker Pispers sagte einst „Die Leben einfach.“ Das fasst es glaube ich gut zusammen. Denn Japan hat keinen großen Aufschwung in diesen 30 Jahren gehabt, aber es gab auch keine Engpässe oder großen Probleme. Der Trick ist, welcher keiner ist, ist dass Japan die Staatsverschuldung investiert, in exakt die Dinge die wir in Deutschland dringend benötigen: Infrastruktur, Bildung und Innovation. Japan tut das wovon die FDP, CDU/CSU, SPD, Grünen und die AfD immer abraten. Sie machen Schulden, um das Land Zukunftsfähig zu machen und zu großen teilen funktioniert das. Japans Währung wird von ihrer Zentralbank ausgegeben, so wie jede Währung eine Zentralbank hat. Diese Währung wird ausgegeben und dann an Staatsanleihen gebunden. Somit kann die Zentralbank wenn sie will unendlich Geld rausgeben solange wie die Staatsanleihen nicht an Wert verlieren. Dies ist bei Japan genau der Fall. Denn während der japanische Staat schulden macht. Werden die Unternehmen angehalten ihre Schulden abzubauen und da dafür eine starke Kaufkraft im Volk von Nöten ist werden auch keine Arbeitsplätze abgebaut. Das zieht jedoch den Nachteil mit sich, dass die Löhne nicht steigen. Wobei wir in Deutschland natürlich anderes gewohnt sind, wir sind gewohnt die Preise steigen, aber die Löhne nicht. In Japan steigt jedoch beides nicht.

Warum wird diese Politik nicht gezielt von deutschen oder europäischen Politikern genutzt, um Krisen entgegenzuwirken. Nun wegen des Fiskalpakts, eine Politik aus den Zeiten der Eurokrise 2012. Damals hätte man Griechenland sagen können, treib deine Steuern ein und du kannst auch mehr Schulden machen, aber investiere sie weise. Dies tat man aber nicht stattdessen, sagte man Griechenland soll sparen und gleichzeitig bekamen sie einen Kredit mit 5% Zinsen von den Deutschen zusammen mit einem Kaufvertrag für zwei U-Boote. Dieser Kredit über 10 Milliarden waren aber nicht wie viele Annahmen deutsche Steuereinnahmen, sondern ein 50 Milliarden Euro Kredit von der EZB den wir mit 2% Zinsen aufgenommen hatten um die Abwrackprämie zu finanzieren. An diesem Kredit verdienten wir uns in den Nächsten Jahren dumm und dämlich und nun mögen uns die Griechen noch weniger als zuvor. Diese Strenge Sparpolitik führte Deutschland bereits 1928 in schwere Gewässer, denn sie machte die Lage für Erwerbstätige immer schwerer. Sie wissen ja was dann passierte die Regierung wurde mehrfach gesprengt, zumeist von jenen die an der Sparpolitik festhalten wollten. Exakt dieses Szenario hatten wir nun schon wieder im November. Es scheint die Geschichte sei ein Zyklus. Doch es sei denn wir entsagen uns der Sparpolitik die die Rechten immer stärker macht und wir investieren endlich in ein besseres Leben für die unteren 50% und eine gute Zukunft für unsere Kinder wird sich die Situation mit der AfD nur immer weiter verschärfen. Denn Krisen und schlechte bzw. unzureichende Krisenbewältigung bestärkt die Rechten.

Ich möchte ein wirtschaftlich starkes Deutschland, aber Sozial.


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