Emotionale Irrationalität. Warum Konservative und Rechte sich meist mehr auf Gefühle als auf Fakten stützen.

Ich hatte vor einigen Tagen ein Gespräch mit einem sehr konservativen Kumpel, dieser wusste nicht was er wählen soll. Auf der einen Seite empfindet er selbst die AfD als problematisch, auf der anderen sieht er sogar in Friedrich Merz einen verkappten Sozialdemokraten. Dass diese Ansicht vollkommen faktenfremd ist, ist für ihn kein Hindernis. Dass Friedrich Merz der rechteste Unionskandidat seit Franz Joseph Strauss ist, ist für jemanden wie ihn nicht etwas, dass er wahrnimmt. Auf dieselbe Art kann man ihm erzählen, dass die Energiepolitik von Union und AfD vollkommen gegen die Interessen der Energiekonzerne ist und absolut überteuert und er ignoriert es einfach und redet von ideologiefreier Politik. Genau so beim Punkt Migration seine Eltern sind polnische Migranten und doch kommen die selben faden Punkte, es sei nicht mehr sicher. Dass es nun sicherer ist als 1993 wo wir weniger Migranten hatten ist für ihn kein Argument.

Diese Argumentresistenz habe ich oft wahrgenommen. Gerade Konservative und Rechte Menschen folgen nicht den Fakten oder der Wissenschaft sondern dem eigenen Bauchgefühl. Dies ist Interessant gerade weil es oft genau die Verteidiger dieser Ideologien sind, die sich als die Faktenchecker verkaufen. Dies aber augenscheinlich nicht sind. Im Gegenteil sie sind meist Frasenschweine, welche durch Informationsüberfluss, Lautstärke oder Auftreten versuchen das Publikum auf ihre Seite zu bringen. Meist gelingt dies bei Konservativen Menschen, da diesen das Auftreten einer Person wichtiger ist, als der Gehalt dessen was gesagt wird. Konservative lassen sich schneller von Nachrichten ködern die empören oder erschüttern sollen. Doch die größte Gefahr für den Konservativen ist die Veränderung, der Konservative hat eine Angst, die größer ist als alles andere: Morgen weniger zu haben als Heute. Diese Grundangst ist es was die meisten konservativen Politiker wissen auszunutzen. Doch gibt es einen Fakt den diese Menschen ausser Acht lassen, es ist im Sinne des Systems in dem wir leben, dass unser Leben schlechter wird wenn wir nicht gegensteuern. Der Grund hierfür ist die Devise des ewigen Wachstums. Die Produktivität nimmt stetig zu, die Löhne stagnieren und die Preise steigen. Diese 3 Faktoren sind es die dem Konservativen immer wieder Angst machen, doch anstatt Politik zu wählen die diese Probleme versucht zu lösen, wählt der Konservative lieber etwas altbekanntes oder wenn das Vertrauen zum Altbekannten verloren ist, etwas was keine Lösungen sondern einen Sündenbock hinstellt. Am Ende ist es die Grundangst des Konservativen, die nicht zulässt etwas neues zu probieren, neue Lösungen für, wenn wir ehrlich sind, alte Probleme.

Doch es ist nicht alles verloren wenn Sie ein Konservativer sind und merken, dass das oben beschriebene auf Sie zutrifft, können Sie immernoch über Ihren Schatten springen. Wenn sie nur einen kleinen Sprung wagen gibt es die alt eingesessene Partei die sich immer mehr an die Union angenähert hat und heute da steht wo die CDU vor 30 Jahren war. Damit meine ich natürlich die SPD, welche zwar eine dynamische und aktive Jugendorganisation hat, die Partei sich jedoch eingesessen hat und auch bequemlich geworden ist. Wenn Ihnen das nicht zusagt und Sie lieber eine Partei haben, die Ja zu Waffenexporten sagt und die deutsche Wirtschaft antreiben will wieder auf Platz eins zu kommen, dann sollte die Partei der Wahl die Grünen sein, welche seit Joschka Fischer einige Veränderungen durchlebt hat und heute in vielerlei Hinsicht eine Mischform aus CDU und FDP darstellt.
Letztlich wenn Sie wirkliche Veränderungen wünschen und möchten das Preise und Löhne endlich wieder fair sind, müssen sie einen Sprung wagen. Denn dann gibt es nur eine Wahl, die Linke welche soziale Belange und Nächstenliebe größer schreibt, als es die CDU je tat.

Ich möchte ein solidarisches Deutschland, darum Deutschland, aber Sozial.


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