Arbeitszeit ist Lebenszeit. Geschichte der Arbeitszeit Reformen.

Ab dem heutigen Tag gilt eine Fahrtzeit von 3 Stunden in eine Richtung als zumutbar laut Jobcenter. Bei einer Arbeitszeit von 8 Stunden und einer Mindestpausenzeit von 45 Minuten. Dabei bleiben dann 9 Stunden und 15 Minuten für schlafen Essen und Freizeit. Diese Vorgabe gilt nun laut dem Jobcenter. Vor 107 Jahren wurde in Deutschland der 8 Stunden Tag eingeführt dies passierte 108 Jahre nachdem die Forderung erstmals vom Britischen Sozialdemokraten und Arbeitsrechteverfechter Robert Owen formuliert wurde. Zuvor war der Arbeitstag vollkommen unreguliert. In Russland war es zum Beispiel bis 1917 üblich, dass in einigen Branchen ein 24 Stunden Tag herrschte, so wurde einen Tag gearbeitet und einen Tag gab es Frei. In Deutschland wurde wiederum im Jahre 1885 für Deutschland noch der Zehnstundentag gefordert, welcher in den Ländern Großbritannien und Frankreich bereits eingeführt wurde. Einige Firmen wie Degussa setzten bereits 1884 den Achtstundentag ein. Durch die Arbeit Owen’s hatte sich früh gezeigt ein längerer Tag heißt nicht unbedingt mehr Produktion. Denn wo die Konkurrenz 13-14 Stunden arbeiteten, arbeiteten die Arbeiter von Owen’s New Lanark Werk 10 1/2 Stunden am Tag. Selbst als es zu einer Baumwollkrise kam, wurden die Arbeiter weiter bezahlt, obwohl die Arbeit ausblieb, dennoch konnte den Eigentümern des Werkes reichlich Gewinn abgeworfen werden. Somit war zu dieser Zeit die Arbeitskraft von 2.500 Männern genug um das zu produzieren was 50 Jahre zuvor noch von einer halben Millionen Menschen erwirtschaftet wurde.

Dieser Umstand hat sich in den letzten 200 Jahren weiter verschärft und nun produzieren einige wenige Personen, das was vor einem Jahrhundert noch ein ganzes Werk produzierte und vor 2 Jahrhunderten ein dutzend Werke nicht in einem Tag schaffen konnten. Die Produktionsrate hatte sich stets vervielfältigt und doch blieb die Arbeitszeit über die letzten einhundert Jahre gleich. In exakt diesem Umstand sagen nun ein Herr Merz und ein Herr Lindner, wir würden zu wenig arbeiten. Obwohl Deutschland Bei Feiertagen auf dem 16. Platz ist mit den viert wenigsten Feiertagen und bei Urlaubstagen auf dem Minimum der Europäischen Union sind und gleichzeitig auf Platz 11 von 27 im Internationalen Vergleich. Gleichzeitig sind gerade einmal 6 Industriestaaten von denen 4 in Asien und 2 in Nord Amerika liegen welche im Internationalen Vergleich hinter Deutschland liegen. Somit ist die Aussage, dass die deutschen zu wenig arbeiten, nicht richtig. Weiterhin wird dies mit der deutschen Bereitschaft von Überstunden argumentiert. Nun Frage ich Sie wenn Sie eine Arbeit in der Schule geschrieben haben und nach der Arbeit 20 Minuten mehr investiert haben um die Fragen alle zu beantworten, wurde dies dann von Ihrem Lehrer akzeptiert? Ich würde denken, nein. Wenn wir uns also auf Überstunden verlassen, zeugt dies von einer Fehleinschätzung der Zeit, bzw. der Arbeitsplanung. Diese Fehlplanung ist also die treibende Kraft der Überstunden. Überstunden selbst, sind aber kein Allheilmittel und können darum nicht immer eingesetzt werden. So kann ein Monat sehr viel Arbeit von Nöten sein und im nächsten sehr wenig. Diese Abhängigkeit der Arbeit von anderen Faktoren führt zu Stress und Überarbeitung, was zu Fehlern und Engpässen führt. Weiterhin ist Deutschland die dritt-reichste Volkswirtschaft nach ihrem Bruttoinlandsprodukt und die stärkste Volkswirtschaft Europas, somit ist die Frage berechtigt, was das Problem der deutschen Volkswirtschaft sein soll, wenn es um Arbeitszeit und Überstunden geht?

107 Jahre gibt es nun den Achtstundentag und bis heute wird versucht, diesen Umstand wieder umzuwerfen. Die Frage ist wenn wir doch so viel mehr produzieren können als es noch vor 100 Jahren der Fall war, warum wird der Wohlstand des deutschen Volkes immer weniger? Die einzige Antwort kann sein, dass die Arbeitnehmer immer weniger von ihrer Arbeit haben. Deshalb brauchen wir eine Politik, die den Arbeitnehmern wieder mehr teilhaben lassen, an dem Wohlstand den sie schaffen.

Denn ich bin für ein reiches Deutschland, aber Sozial.


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